Gruppenleitergrundlehrgang 2010 in Heringsdorf

Grundlehrgang für Gruppenleiter: In Heringsdorf lernen junge Leute, Kinder- und Jugendgruppen selbstständig zu führen.

Einer der Teilnehmer begutachtet verschiedene Rauschmittel. Foto: JRK MV - Bildarchiv
Einer der Teilnehmer begutachtet verschiedene Rauschmittel

Heringsdorf:
Rotkreuz-Wissen, Grundlagen der Gruppenarbeit, Spielepädagogik, Finanzierung oder Sucht- und Drogenprävention: Das Programm beim siebentägigen Gruppenleiter- Grundlehrgang des Jugenrotkreuz (JRK) in Heringsdorf ist dicht gepackt. " Wir wollen, das die Jugendlichen und Erwachsenen befähigt werden, ehrenamtlich Kinder- und Jugendgruppen über einen längeren Zeitraum selbstständig zu leiten und zu begleiten", sagt Angela Kreklau, JRK-Landesreferentin.

Dabei lernen die Teilnehmer aus ganz MV im Alter von 14 bis 43 Jahren die vielfältigen Aufgaben eines Gruppenleiters kennen: Abwägen der Lebenssituation vn Kindern und Jugendlichen, Führungsstil, Geschlechterrollen, Kommunikation oder Lösung von Konflikten.

Allzu theoretisch soll die Woche im Heringsdorfer DRK-Seminarhaus aber nicht sein: " Wir waren schon auf der Eisbahn Schlittschuhlaufen, haben DVD- und Activity-Abende veranstaltet ", sagt JRK-Landesleiterin
Stephanie Rudolph. Und auch bei den eigentlichen Veranstaltungen wird für Abwechslung gesorgt.

Polizeihauptkommisar Mario Tschirn hielt einen anschaulichen Vortrag zur Sucht- und Drogenprävention. Foto: JRK MV - Bildarchiv
Polizeihauptkommisar Mario Tschirn hielt einen anschaulichen Vortrag zur Sucht- und Drogenprävention

Ein Highlight ist sicher das von Polzeihauptkommisar Mario Tschirn abgehaltene Sucht- und Drogenseminar. " Gerade in diesem Bereich ist es gut, einen Fachmann da zu haben ", findet Rudolph. Das es der Sachberater Prävention der Polzeidirektion Anklam gestern überhaupt auf die Insel geschafft hat, war aufgrund der extremen Witterungsverhältnisse gar nich so sicher: " Toll das er trotzdem aus Greifswald den Weg zu uns gefunden hat. "

Und Tschirn macht gleich plastisch deutlich, das er eher mit Lockerheit an das schwierige Drogenthema herangehen will: " Ich hatte keine Zeit mehr, meine DVD vor Beginn der Veranstaltung im Laptop abzulegen - der Schnee ... der draußen, meine ich." Er konfrontiert die Teilnehmer mit eindrucksvollen Videos von Drogenopfern, spricht von Glücks-, Normalo- und Turkey-Phasen (kalter Entzug), lässt Crack-Pfeiffen, LSD- und Pilzprobenherumgehen. Und er erklärt, dass ein Entzug nur über Freiwilligkeit erfolgt: " Unter Druck funktioniert gar nichts." Übrigens: Bereits im Sommer treffen sich viele Jugendrotkreuz- Mitglieder auf Usedom wieder - im Rahmen eines Ferienlagers veranstaltet der DRK-Landesverband vom 20. bis 27. Juli einen deutsch- polnischen Jugendaustausch auf dem Golm in Kamminke.

Quelle: Ostsee-Zeitung 13./14.02.2010

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